Wohnhaus Jäcklein
Leben ohne Lüftlmalerei
Ab in den Stall: In Volkach wird ein alter Hof zum Wohnmodell
(aus: FAZ, 22.08.2005, Rüdiger Klein)
"Im Sommer (2005) wurden die Sanierungs-, Umbau- und Ergänzungsmaßnahmen am historischen Stall- und
Der Architekt arbeitet seither im vormaligen Schweinestall und auf dem Getreidemahlboden Die Wohnbereiche schließen nach Süden über der großen Scheuneneinfahrt an, Büro und Wohnung sind über alle Etagen jeweils mit innenliegenden Treppen erschlossen. Sie sollten aber auch als getrennte Nutzungsbereiche unter einem Dach gekennzeichnet bleiben. Daher sind die Außentreppen zu den Wohn - und Büroflächen im Obergeschoß frei neben die Ostflanke des Gebäudes gestellt. Das Mauerwerk im früheren Schweine- und Kuhstall musste von Grund auf saniert werden und ist nun weiß geschlemmt, so dass sich die eingefügte stählerne Tragkonstruktion und die von der Grundmauer abgesetzte Bodenplatte mit Schotterfuge wie eine Plastik im Raum präsentieren. Die daraufgesetzte Holzskelettkonstruktion der Scheune dagegen wurde vollständig erhalten. An den äußeren Gebäudeabschnitten, die ursprünglich nur verbrettert waren, sind nun farbige Dreischichtplatten oder Lärchenholzverschalungen angebracht. Alle Bodenflächen wurden mit Schieferplatten oder Eichendielen aufgedoppelt. In den Obergeschossen sind die neu eingeschnittenen Fensteröffnungen in Holz ausgeführt, und auch bei der Anordnung und den Formaten der neuen Fenster achtete der Architekt auf sichtliche Scheidung: der funktionale Charakter einer Scheune mit Schiebetor wird durch die liegend gesetzten Fensteröffnungen und die flächige Außenverkleidung gewahrt. Verantwortungsbewusste Architekten , so Jäcklein , können vermeintlich nutzlos gewordenen Nutzbauten wie eben einer Scheune neue Aufgaben einschreiben, ohne die angestammten Charakteristika zu tilgen oder mit modischem Stil-Makeup zu kaschieren . Sein Bau ist der beste Beweis." Rüdiger Klein, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22.08.2005, Nr. 154, S.33 |







